Alfeld

  • Abgegangener Ministerialensitz
  • Bierweg Nr. 11
  • Gemeinde Alfeld
  • Landkreis Nürnberger Land

Alfeld war Teil der Vogtei Hersbruck, die noch im 16. Jahrhundert 32 von 34 Höfen am Ort besaß. Die Verwaltung vor Ort nahmen die Reichsministerialen von Reicheneck wahr, die im 14. Jahrhundert mehrere Güter dem Kloster entfremdet hatten und am Ort über einen Eigenhof verfügten.

Möglicherweise auf diesem bislang nicht lokalisierbaren Hof saßen ihre Lehnsleute, die sich nach Alfeld benannten und in der Person Konrads von Alfeld erstmals 1286 urkundlich fassbar sind. Konrad besaß in Zant (abgegangen bei Höfstetten) eine Hube als Reichenecker Lehen, seine Tochter Agnes brachte er im Reichenecker Hauskloster Engelthal unter. Während von Konrad kein Siegel bekannt ist, führten spätere Angehörige der Familie nachweisbar seit 1361 mit einem steigenden Wolf im Siegelbild. Mit Albrecht, Burgmann auf Vilseck, verschwindet die Familie nach 1413 aus der Überlieferung.

Die eindeutig ministeriale Herkunft der Familie lässt den Bau eines einfachen befestigten Sitzes im namengebenden Alfeld möglich erscheinen. Walter Heinz und Ernst Dörr vermuten den Sitz beim Anwesen Bierweg 11, wo an der Abzweigung zur Lieritzhöfer Straße (sie führt zur Altstraße Regensburg-Forchheim!) von der Hauptstraße ein nach drei Seiten steil abfallender Felsen in dominierender Ortslage natürlichen Schutz bot. Ein bis zu 2,5 Meter hoher und rund 5 Meter langer Mauerrest findet sich auf dem Felsen, ein Mauerbogen überspannt einen Felsspalt und machte so eine Bebauung bis zur Felsenkante möglich.

Schon bald nach dem Aussterben der Familie muss aller-dings auch der Ansitz seinen wehrhaften Charakter ver-loren haben, da bereits 1504 zu Alfeld keine Befestigung mehr erwähnt wurde. Der Nürnberger Chronist Müllner kann hundert Jahre später nur noch vermuten, dass die Familie „an diesem Ort gewohnet“ hat.

Quellen

StAN Rst. Nbg., Urkunden des 7-farbigen Alphabets Nr. 100 f.

Gelegenhait, Nr. 1006.

Lehnbuch 1331, S. 106 f.

Müllner I, S. 216; III, S. 350.

Literatur

Dannenbauer, S. 226.

Heinz, Walther / Dörr, Ernst: Der vergessene Alfelder Burgstall. In: Heimat Hersbruck 68 (1998), Nr. 6, S. 21–23.

Vahl, Rittersiegel, Bd. 1, S. 334; Bd. 2, S. 427.

Voit, Pegnitz, S. 35 f.

Voit, Reicheneck, S. 58 und 98.


Abbildung

In zentraler Ortslage vermutet die lokale Forschung den Sitz der Ministerialen von Alfeld, Fotografie: F. A. Nagel von etwa 1940 (StadtMN)

Lageplan

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