Kornburg III

  • Herrenhaus, „Müller-Vargethsches Freihaus“
  • Kornburger Hauptstraße 29
  • Stadt Nürnberg


Das Anwesen ist als „Müller-Vargethsches Freihaus“ überliefert, das im Jahr 1731 für den Nürnberger Kaufmann Tobias Gottlieb Müller errichtet worden ist. Nach dessen Ableben fiel das Herrenhaus 1744 an den Kaufmann Johann Christoph Vargeth. Nach der Jahrhundertmitte wurde hier ein Gasthaus „Zum goldenen Schwan“ eingerichtet, das 1770 von der Familie von Holzschuher gekauft wurde. Nach dem Tod des Christoph Johann Sigmund Holzschuher wurde die Liegenschaft von einem Edlen von Serz, wohl von Johann Wolfgang Albert, erworben [vgl. Schniegling III]. Ob dessen Schwager Heinrich Paul Wolfgang Günther zunächst Mit- und dann erst Alleinbesitzer wurde, ist noch nicht geklärt. 

Die Gemeinde Kornburg kaufte das Herrenhaus, um es 1885 zu einem Schulhaus umzubauen. Später wurde es als Kornburger Rathaus genutzt. Nach einer wenig geglückten Renovierung in den 1970-er Jahren finden im Herrenhaus Arztpraxen, eine Apotheke und der Bürgerverein Kornburg ein Unterkommen.

Das Müller-Vargethsche Freihaus, später auch als Serzsches Schloss bezeichnet, fällt durch seine Ähnlichkeit mit dem Seckendorffschen Herrenhaus auf [vgl. Kornburg II]. Volker Alberti berichtet davon, dass Tobias Gottlieb Müller beim Bau auf die Pläne des benachbarten Herrenhauses zurückgegriffen hätte. Daher erscheinen die Fassaden auch dieses Gebäudes mit sieben zu drei Achsen. In der mittleren Achse der Straßenseite führt eine Freitreppe zum Portal, das mit einer segmentbogigen Verdachung geschmückt ist. Die repräsentative Ausstattung des Hauses, zu der auch aufwändige Stuckierungen gehört hatten, ist zu einem großen Teil späteren Modernisierungen zum Opfer gefallen.

Quellen


StAN Rst. Nbg., Waldamt Lorenzi I Nr. 450.

Literatur


Alberti, Volker: Burgen, Schlösser und Herrensitze in Kornburg und Umgebung (= Adelssitze in Franken 5). Nürnberg 2005, S. 29-31.

KDM Stadt Nürnberg, S. 367.


Abbildung

Ansicht der Vorderfassade des dritten Kornburger Sitzes. Fotografie: F. A. Nagel 1936 (StadtMN)

Lageplan

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